Majorelle-Garten: Geschichte und Erbe
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Majorelle-Garten: Geschichte und Erbe

Der in den 1920er-Jahren vom Maler Jacques Majorelle geschaffene und 1980 von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé vor der Zerstörung gerettete Jardin Majorelle verkörpert die Liebe von Künstlern aus aller Welt zu Marrakesch.

Das MoroccoMuseum-Team26. Juni 20261 Min. Lesezeit
Inhalt

Jacques Majorelle, der Malergärtner

Der Majorelle-Garten entstand 1922, als der Orientalist-Maler Jacques Majorelle (1886–1962) begann, rund um sein Atelier auf einem Grundstück am Rande von Guéliz einen botanischen Garten anzulegen. Als Sohn des berühmten Art-Nouveau-Kunsttischlers Louis Majorelle wählte er 1919 Marrakesch wegen seines Lichts und seiner Farben und blieb für immer.

Majorelle-Blau

1937 entwickelte Jacques Majorelle einen intensiven Kobaltblau-Ton, den er unter dem Namen „Majorelle-Blau" registrieren ließ. Dieses elektrisierende Pigment, aufgetragen auf die Wände seiner Villa und die Pflanzkübel, wurde weltweit zur Erkennungsfarbe Marrakeschs — aufgegriffen im Kunsthandwerk, in der Dekoration und sogar in den Trikots der marokkanischen Fußballnationalmannschaft.

Yves Saint Laurent rettet den Garten (1980)

Nach Majorelles Tod (1962) verfiel der Garten. 1980 kauften Yves Saint Laurent und Pierre Bergé den Garten — gerade als ein Bauträger ihn für ein Hotel abreißen wollte. Sie restaurierten ihn vollständig und zogen in die Villa, die in Villa Oasis umbenannt wurde. Das Berbermuseum öffnete erst am 3. Dezember 2011 im ehemaligen Atelier von Jacques Majorelle für die Öffentlichkeit.

Nach dem Tod von YSL im Jahr 2008 wurde seine Asche im Rosengarten der Villa Oasis verstreut, seiner privaten Residenz neben dem Garten. Eine Gedenkstele — eine aus Tanger mitgebrachte römische Säule — ehrt ihn im Herzen des Majorelle-Gartens, den er als „so schön und so bewegend" beschrieb.

Der Garten heute

1,2 Hektar, über 300 Pflanzenarten von fünf Kontinenten: Riesenbambus, monumentale Kakteen, Seerosen, Palmen. Das Berbermuseum und das angrenzende YSL-Museum bilden ein unumgängliches Kulturzentrum in Guéliz und ziehen jährlich mehrere Hunderttausend Besucher an.

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