Gründung und saadische Wiederherstellung
Die Ben-Youssef-Medersa wurde im 14. Jahrhundert vom merinidischen Sultan Abu al-Hasan Ali gegründet. Zwischen 1564 und 1565 unter dem saadischen Sultan Abdallah al-Ghalib vollständig wiederaufgebaut, erhielt sie das Erscheinungsbild, das wir heute kennen: ein architektonisches Triptychon aus Zellige, Stuck und Zedernholz von außergewöhnlicher Meisterschaft. Ihr Name stammt von der angrenzenden Ben-Youssef-Moschee, die im 12. Jahrhundert vom almoravidischen Emir Yusuf ibn Tachfin gegründet wurde.
Eine internationale islamische Universität
Auf ihrem Höhepunkt beherbergte die Medersa bis zu 900 Studenten aus der gesamten islamischen Welt — Andalusien, Subsahara-Afrika, den Nahen Osten. Sie studierten malikitisches Recht, Theologie, arabische Grammatik und koranische Wissenschaften. Ihre Zellen (im 1. und 2. Stock zu besichtigen) messen etwa 4 m² — ein karger Kontrapunkt zur Pracht des Hofes.
Architektur und Dekoration
Der Innenhof ist einer der schönsten Räume Marokkos:
- Zellige (bis 1,5 m): bunte geometrische Mosaike aus dem 14.–16. Jahrhundert
- Geschnitzter Stuck: pflanzliche Arabesken und koranische Inschriften in kufischer Kalligrafie
- Bemaltes Zedernholz: Galerien und Decken mit seit 1565 erhaltenen natürlichen Pigmenten
Das zentrale Becken aus weißem Marmor spiegelt den Himmel und die Galerien wider — eines der meistfotografierten Bilder Marokkos.
Schließung und Wiedereröffnung
Die Medersa stellte ihre Bildungsfunktion 1960 im Zuge der Hochschulreform ein. 1962 restauriert und für die Öffentlichkeit geöffnet, empfängt sie heute mehr als eine Million Besucher pro Jahr.
Um diese Entdeckung des Marrakescher Kulturerbes fortzusetzen, besuchen viele Reisende anschließend den Bahia-Palast, eines der wichtigsten Monumente der Stadt.





