Der Mnebhi-Palast
Das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, ist der Mnebhi-Palast, erbaut 1898 für Mehdi Mnebhi, Kriegsminister von Sultan Abdelaziz. Er ist einer der letzten großen privaten Paläste, die in der arabisch-andalusischen Tradition in Marrakesch errichtet wurden, am Vorabend des Protektorats (1912). Sein Riad-Grundriss — zentraler Hof, Galerien, Hammam — ist eine Verdichtung der marokkanischen Palastarchitektur des 19. Jahrhunderts.
Unter dem Protektorat (1912–1956)
Während des französischen Protektorats war der Palast nacheinander Residenz von Marschall Lyautey (erster Generalresident) und hoher französischer Beamter. Seine Lage zwischen der Ben-Youssef-Medersa und den Souks machte ihn zu einer strategischen Position im Herzen der nördlichen Medina.
Umwandlung in ein Museum (1997)
In den 1990er-Jahren restauriert, öffnete der Palast dank der Omar-Benjelloun-Stiftung 1997 als Museum seine Türen. Die Restaurierung brachte erhaltene bemalte Zedernholzdecken und intakte Zellige aus dem 19. Jahrhundert zum Vorschein. Das Herzstück ist das Kupferbecken im zentralen Hof, geschmiedet von Handwerkern aus Marrakesch — eines der größten Beispiele marokkanischer Kunstkupferschmiedekunst.
Die Dauerausstellung
- Fassi-Keramiken: blau-weiße Töpferwaren aus Fès (17.–20. Jahrhundert)
- Kalligrafien: Koranmanuskripte und Sultansbriefe
- Numismatik: Münzen vom 10. bis zum 20. Jahrhundert
- Trachten: Zeremonialkleidung, Berberschmuck
- Historische Fotografien: Marrakesch zu Beginn des 20. Jahrhunderts
- Wechselausstellungen: zeitgenössische marokkanische Künstler (wechselndes Programm)





