Entstehung und Einweihung
Das Mohammed-VI-Museum für die Zivilisation des Wassers in Marokko wurde 2017 in der Palmeraie von Marrakesch eingeweiht. Seine Existenz beruht auf einer grundlegenden Realität: Marokko ist ein semiarides Land, in dem die Wasserbewirtschaftung seit Jahrtausenden eine Frage des Überlebens und der Zivilisation war.
Ein Aquädukt-Gebäude
Die Architektur des Museums ist seine erste Botschaft: Das Gebäude ist in Form eines gebrochenen Aquädukts gestaltet und erinnert direkt an die historischen hydraulischen Bauwerke Marokkos. Von einem marokkanischen Architekturbüro entworfen, tritt es in einen visuellen Dialog mit der umgebenden Palmeraie, die selbst Erbin jahrtausendealter Bewässerungstechniken ist.
Khettaras: das überlieferte unterirdische Wasser
Die Sammlung ist um die Khettaras herum organisiert — unterirdische, von Hand gegrabene Bewässerungskanäle, die seit dem 10. Jahrhundert Wasser aus dem Grundwasser zu Oasen und Dörfern leiteten. Dieses System, vergleichbar mit dem persischen Qanat, konnte mehrere Dutzend Kilometer lang sein. Marrakesch verdankt seine Gründung größtenteils den Khettaras, die die Stadt über Jahrhunderte versorgten.
Das Museum zeigt originalgetreue Modelle, Karten und Erklärungen zum Wasserrecht — dem komplexen Rechtssystem, das die von Generation zu Generation weitergegebenen Bewässerungsrechte in den marokkanischen Tälern regelte.
Museumsinhalte
- Geschichte der hydraulischen Systeme Marokkos (Khettaras, Seguias, Staudämme)
- Wasserrecht: überlieferte Bewässerungsregeln
- Geschichte der großen modernen Staudämme Marokkos
- Wasserversorgung von Städten und Oasen
- Aktuelle Wasserherausforderungen im Maghreb
Dieses Museum ergänzt sich gut mit einem Besuch des Menara-Pavillons, dessen historisches Wasserbecken diese jahrhundertealte Wasserbaukunst greifbar macht.





