Mittelalterliche Organisation nach Zünften
Die Souks von Marrakesch sind seit mindestens dem 12. Jahrhundert, unter den Almoraviden, nach Handwerkszünften organisiert. Dieses System der Bündelung nach Gewerbe — ein Erbe der islamischen Marktorganisation — besteht heute praktisch unverändert fort:
- Souk Semmarine: Textilien, Stoffe und Konfektionskleidung (Hauptachse)
- Souk Smata: Babouches und Schuhe
- Souk Cherratine: Rohleder und Sattlerei
- Souk der Juweliere: Silber, Gold, Edelsteine
- Gewürzsouk (Rahba Kedima): Gewürze, Heilkräuter, Kosmetik
- Souk der Färber: mit natürlichen Pigmenten gefärbte Wolle
- Die Kissaria: überdachter Markt für Luxusstoffe (Kaftan, Takchita)
Die Kissaria, Markt des Luxus
Im Herzen des Labyrinths ist die Kissaria das mittelalterliche Gegenstück zu Luxus-Einkaufspassagen. Hier findet man Zeremonienkaftane, goldbestickte Takchitas, Seidendschellabas — Kleidungsstücke, die mehrere tausend Dirham kosten und für Hochzeiten und große Feste gekauft werden.
Handwerker noch immer bei der Arbeit
Die Souks sind keine Museumskulisse — Hunderte Handwerker arbeiten hier jeden Tag: Weber, Sticker, Schuhmacher, Kupferschmiede, Schreiner. Manche Werkstätten haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Die Medina von Marrakesch beherbergt noch immer mehr als 20.000 aktive Handwerker.





