Die unterirdischen Geheimnisse des Qara-Gefängnisses in Meknès: Kaiserliche Geschichte, Mythen und bevorstehende Wiedereröffnung
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Die unterirdischen Geheimnisse des Qara-Gefängnisses in Meknès: Kaiserliche Geschichte, Mythen und bevorstehende Wiedereröffnung

Die verifizierte Geschichte des Qara-Gefängnisses (Habs Qara) in Meknès: Bau unter Moulay Ismail, Legenden, Schließung und erwartete Wiedereröffnung.

Das MoroccoMuseum-Team3. September 20264 Min. Lesezeit
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Die unterirdischen Geheimnisse des Qara-Gefängnisses in Meknès: Kaiserliche Geschichte, Mythen und bevorstehende Wiedereröffnung

Im Herzen der ismaelitischen Stadt Meknès, verborgen unter den Plätzen der ehemaligen kaiserlichen Kasbah, unweit der Koubbat al-Khayyatine (dem Pavillon der Botschafter), liegt eines der rätselhaftesten Bauwerke Marokkos: das Qara-Gefängnis, auch Habs Qara genannt. Jahrelang für die Öffentlichkeit geschlossen, bereitet sich diese einzigartige unterirdische Anlage nun nach über zehn Jahren Restaurierungsarbeiten auf ihre Wiedereröffnung vor. Ein Blick in die Tiefen eines außergewöhnlichen Bauwerks – zwischen belegten Fakten und hartnäckigen Legenden.

Äußerer Eingang des Qara-Gefängnisses in Meknès
Eingang des Qara-Gefängnisses — Photo: Jklamo, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ein unterirdisches Meisterwerk der ismaelitischen Ära

Die Anlage entstand um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert unter der Herrschaft des alawitischen Sultans Moulay Ismail (1672-1727), der Meknès zu seiner kaiserlichen Hauptstadt machte. Laut dem Regionalen Fremdenverkehrsrat von Meknès besteht die Anlage aus drei großen, von Arkadenreihen gebildeten Sälen, die auf Pfeilern mit einer durchschnittlichen Größe von 1,40 m auf 3,46 m ruhen und flache Tonnengewölbe tragen.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist das Fehlen herkömmlicher Türen. Vorräte und Insassen wurden durch kleine Öffnungen im Gewölbe hinabgelassen – an Seilen, die anschließend wieder hochgezogen wurden.

Vor allem kaiserliches Getreidelager, keine Massengefängnisanlage

Anders als das in Reiseführern häufig verbreitete Bild eines riesigen Gefängnisses für christliche Sklaven mit angeblich bis zu 40.000 Häftlingen sind sich die meisten Historiker heute einig, dass die Anlage in erster Linie logistischen Zwecken diente: als weitläufiger Lagerraum (Kornkammer und Waffenlager) für den königlichen Komplex der Kasbah, um der Stadt bei einer längeren Belagerung Selbstversorgung zu sichern.

Der Ort diente jedoch tatsächlich, wenn auch in zweiter Linie, auch der Inhaftierung von Kriegsgefangenen und Gefangenen, darunter christliche Sklaven, die von Korsaren gefangen genommen worden waren. Der Name „Qara" soll der lokalen Überlieferung zufolge auf einen gefangenen portugiesischen Architekten zurückgehen, dem Moulay Ismail im Austausch für den Bau eines unentrinnbaren Gefängnisses die Freiheit versprochen haben soll. Die Bezeichnung selbst dürfte eher aus der Zeit des französischen Protektorats stammen, als der Ort als provisorisches Gefängnis für die lokale Bevölkerung diente.

Das Reich der urbanen Legenden

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Volksfantasie Habs Qara zu einem Ort hartnäckiger Mythen gemacht. Die bekannteste Legende besagt, dieses unterirdische Labyrinth erstrecke sich über Dutzende Kilometer bis zur Stadt Taza, und ein Team französischer Vermesser, das während der Protektoratszeit das Netzwerk kartieren sollte, sei dort für immer verschwunden.

Auch wenn diese Erzählungen größtenteils Folklore sind, spiegeln sie doch eine reale Tatsache wider: Aus Sicherheitsgründen ließen die Behörden des französischen Protektorats einen Großteil der tiefsten Gänge zumauern, sodass nur ein gesicherter Bereich von rund drei Sälen zugänglich blieb – jener Teil, den Besucher heute entdecken.

Eine lange Schließung – und eine nun erwartete Wiedereröffnung

Nach fast vierzehn Jahren Schließung bereitet sich Habs Qara darauf vor, wieder Besucher zu empfangen. Die seit der Covid-Zeit laufenden Arbeiten konzentrierten sich vor allem auf die Konsolidierung von Mauerwerk und Gängen, die durch Feuchtigkeit geschwächt waren – eine erhebliche technische Herausforderung in dieser unterirdischen Umgebung. Für die Sanierung wurde ein Budget von rund 40 Millionen Dirham bereitgestellt, eingebettet in die umfassenderen Bemühungen zur Aufwertung der Medina und des kaiserlichen Erbes von Meknès. Im Sommer 2025 waren die Arbeiten noch nicht zu 100 % abgeschlossen, doch die Wiedereröffnung wird inzwischen als unmittelbar bevorstehend angekündigt.

Diese Aufwertung des Standorts ist ein wichtiger Impuls für den Kulturtourismus der Stadt, als Ergänzung zu den übrigen Schätzen der kaiserlichen Stadt.

Was man rund um das Qara-Gefängnis sehen sollte

Ein Besuch von Habs Qara lässt sich problemlos in eine umfassendere Entdeckung des kaiserlichen Meknès einbinden:

  • Das Mausoleum von Moulay Ismail, das Grabmal des Sultans, der die Stadt erbaute, in unmittelbarer Nähe.
  • Bab Mansour, das berühmteste monumentale Tor Marokkos, das den Zugang zur kaiserlichen Stadt bildete.
  • Der Place El Hedim, ein großer öffentlicher Platz zwischen Medina und kaiserlicher Stadt.
  • Heri es-Souani, die monumentalen Getreidespeicher und das hydraulische System von Moulay Ismail.

Rund dreißig Kilometer entfernt lässt sich die Reise zu den römischen Ruinen von Volubilis fortsetzen und anschließend zur heiligen Stadt Moulay Idriss Zerhoun – so lassen sich das ismaelitische Erbe und das antike sowie religiöse Erbe der Region in einem einzigen Ausflug verbinden.

Da sich Öffnungszeiten, Zugangsbedingungen und Eintrittspreise mit der Wiedereröffnung ändern können, wird empfohlen, vor dem Besuch die aktuellen offiziellen Informationen zu prüfen.

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Quellen und Referenzen

  • Regionaler Fremdenverkehrsrat von Meknès (Conseil Préfectoral du Tourisme de Meknès) — Datenblatt Habs Qara
  • Médias24 — „Meknès: La prison Qara du sultan Moulay Ismaïl, un pan surprenant de l'histoire marocaine" (August 2025)
  • Wikipedia — „Prison de Kara"
  • Premium Travel News — „La prison de Kara Meknès rouvre bientôt en patrimoine" (August 2026)
  • Le Desk — zum Sanierungsbudget des Standorts
  • UNESCO — Historische Stadt Meknès, Liste des Weltkulturerbes