Mausoleum von Moulay Ismail in Meknès: Geschichte und Architektur
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Mausoleum von Moulay Ismail in Meknès: Geschichte und Architektur

Entdecken Sie das Mausoleum von Moulay Ismail in Meknès, die Ruhestätte des Sultans, der die Stadt zur kaiserlichen Hauptstadt machte. Geschichte, Architektur, Zellige und alawidisches Kulturerbe.

Das MoroccoMuseum-Team19. August 202616 Min. Lesezeit
Inhalt

Mausoleum von Moulay Ismail in Meknès: Geschichte und Architektur im Herzen der Kaiserstadt

Im Herzen der Kaiserstadt von Meknès, hinter den mächtigen Mauern aus der alawidischen Epoche, befindet sich eines der bedeutendsten Monumente für das Verständnis der Geschichte der ehemaligen kaiserlichen Hauptstadt: das Mausoleum von Moulay Ismail.

Hier ruht Sultan Moulay Ismail, der alawidische Herrscher, der von 1672 bis 1727 regierte und Meknès grundlegend veränderte.

Während seiner langen Herrschaft entwickelte sich die Stadt zu einer monumentalen Hauptstadt mit Palästen, Gärten, Befestigungsanlagen, Stadttoren, Speichern, Stallungen und bedeutenden hydraulischen Infrastrukturen.

Das Mausoleum sollte daher nicht als isoliertes Monument betrachtet werden.

Es gehört zu einer wesentlich größeren historischen Landschaft, zu der Bab Mansour, der El-Hedim-Platz, die Überreste der Kaiserstadt und Heri es-Souani gehören.

Ein Besuch des Mausoleums von Moulay Ismail ermöglicht es, gleichzeitig eine königliche Grabanlage, ein bemerkenswertes Beispiel marokkanischer Architektur und die Geschichte jenes Herrschers zu entdecken, der Meknès zu einer der großen Königsstädte Marokkos machte.

Moulay Ismail und die Verwandlung von Meknès

Moulay Ismail bestieg 1672 den Thron.

Seine Herrschaft, die bis 1727 dauerte, gehört zu den wichtigsten Epochen der Geschichte von Meknès.

Der Sultan wählte die Stadt als Hauptstadt und begann ein gewaltiges Architektur- und Stadtentwicklungsprogramm.

Dabei ging es nicht nur um den Bau eines neuen Palastes.

Moulay Ismail entwickelte neben der bestehenden Medina eine vollständige Kaiserstadt.

Mächtige Stadtmauern wurden errichtet.

Monumentale Tore kontrollierten die verschiedenen Zugänge.

Paläste, Innenhöfe, Gärten, Speicher, Stallungen und Wasserversorgungssysteme wurden in einen riesigen königlichen Komplex integriert.

Diese Umgestaltung erklärt bis heute die besondere städtebauliche Struktur von Meknès.

Eine Hauptstadt des 17. Jahrhunderts im UNESCO-Welterbe

Die Historische Stadt Meknès gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.

Die UNESCO betrachtet die Stadt als ein besonders vollständiges Beispiel für die städtebauliche und architektonische Struktur einer Hauptstadt des Maghreb im 17. Jahrhundert.

Sie hebt insbesondere die harmonische Verbindung von Elementen islamischer und europäischer Architektur und Stadtplanung hervor.

Die unter Moulay Ismail entstandene Kaiserstadt trägt wesentlich zu diesem außergewöhnlichen kulturellen Wert bei.

Das Mausoleum von Moulay Ismail muss daher innerhalb dieses wesentlich größeren historischen Ensembles verstanden werden.

Der Bau des Mausoleums von Moulay Ismail

Die Grabanlage ist unmittelbar mit der Herrschaft Moulay Ismails verbunden.

Denkmalquellen datieren den Komplex in das 17. und 18. Jahrhundert, während der Präfekturrat für Tourismus von Meknès 1703 als Baujahr angibt.

Das Monument wurde somit bereits zu Lebzeiten des Sultans angelegt.

Moulay Ismail starb 1727 und wurde anschließend innerhalb des Komplexes beigesetzt.

Das Mausoleum wurde damit zur letzten Ruhestätte des Herrschers, der Meknès in eine kaiserliche Hauptstadt verwandelt hatte.

Ein Mausoleum an einem bereits verehrten Ort

Der Standort des Monuments besitzt eine Geschichte, die noch vor die Zeit Moulay Ismails zurückreicht.

Nach Angaben von Discover Islamic Art wurde das Mausoleum in der Nähe des Grabes von Sidi Abderrahman el-Mejdoub errichtet, einem Dichter und Mystiker des 16. Jahrhunderts.

Durch dieses Grab besaß der Ort bereits eine spirituelle Bedeutung.

Moulay Ismail wählte für seinen Grabkomplex somit einen Bereich, der mit einer angesehenen religiösen Persönlichkeit verbunden war.

Diese Verbindung zwischen königlicher Macht und sakralem Raum trägt zur besonderen symbolischen Bedeutung des Ortes bei.

Eine königliche Grabanlage

Das Mausoleum von Moulay Ismail besteht nicht einfach aus einem Raum mit einem Grab.

Es handelt sich um einen echten architektonischen Komplex, der aus mehreren aufeinanderfolgenden Bereichen besteht.

Discover Islamic Art unterscheidet drei große Einheiten innerhalb der Anlage.

Besucher bewegen sich schrittweise von den Eingangsbereichen zu den wichtigsten Teilen des Monuments.

Die Abfolge von Sälen, Patios und Innenhöfen schafft einen Übergang zwischen der Außenwelt der Kaiserstadt und dem eigentlichen Zentrum der Grabanlage.

Die große Eingangshalle

Der erste Bereich umfasst eine große Eingangshalle und mehrere angrenzende Räume.

Nach den von Discover Islamic Art veröffentlichten Maßen besitzt dieser Saal einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von etwa 9,88 Metern.

Die unteren Bereiche der Wände sind bis zu einer Höhe von ungefähr 1,60 Metern mit Zellige verkleidet.

Darüber befindet sich geschnitzter Stuck.

Eine Fontäne nimmt die Mitte des Raumes ein.

Das Wasser fließt in ein achteckiges Becken.

Bereits im Eingangsbereich verbindet die Architektur somit mehrere charakteristische Elemente marokkanischer Kunst: Geometrie, Wasser, Zellige und geschnitzten Stuck.

Eine Abfolge von Innenhöfen

Eine Besonderheit des Mausoleums ist die schrittweise Bewegung durch mehrere offene Räume.

Eine Abfolge von Patios und Durchgängen führt allmählich zu den zentralen Bereichen des Komplexes.

Diese Organisation schafft einen architektonischen Übergang.

Besucher gelangen nicht direkt von der Straße in die Grabkammer.

Stattdessen durchqueren sie verschiedene Räume, deren Atmosphäre sich zunehmend verändert.

Die offenen Innenhöfe bringen Licht und Ruhe in den Rundgang.

Der Hof für die rituellen Waschungen

Der Weg führt unter anderem zu einem Hof für die rituellen Waschungen.

Er ist von einer Kolonnade umgeben.

Wie in vielen religiösen Monumenten Marokkos besitzt Wasser hier sowohl eine praktische als auch eine architektonische Funktion.

Die dekorierten Oberflächen, Bögen und Proportionen des Hofes schaffen einen besonders harmonischen Raum.

Entlang der Wände verläuft zudem ein Stuckfries.

Die Zellige

Zellige spielen eine wichtige Rolle in der Dekoration des Mausoleums.

Bei dieser Technik werden kleine Stücke glasierter Keramik zugeschnitten und zu präzisen geometrischen Kompositionen zusammengesetzt.

Sie gehört zu den bedeutendsten Traditionen des marokkanischen Kunsthandwerks.

Zellige finden sich auch in zahlreichen Monumenten von Meknès und Fès.

In Meknès erscheinen sie insbesondere in Medersen und Palästen.

In Fès gehören sie zu den charakteristischen Dekorationen von Monumenten wie der Medersa Al-Attarine und der Medersa Bou Inania.

Das Mausoleum von Moulay Ismail steht somit in einer langen Tradition marokkanischer Dekorationskunst.

Geschnitzter Stuck

Die Wände zeigen außerdem bedeutende Dekorationen aus geschnitztem Stuck.

Gips ermöglichte den Handwerkern die Herstellung besonders feiner Kompositionen.

Geometrische und pflanzliche Muster sowie kalligrafische Elemente konnten direkt in die architektonischen Oberflächen integriert werden.

Die Kombination aus Zellige und geschnitztem Stuck gehört zu den charakteristischsten Merkmalen zahlreicher historischer Monumente Marokkos.

Zedernholz

Holz bildet einen weiteren wichtigen Bestandteil der Dekoration.

Der Präfekturrat für Tourismus von Meknès weist insbesondere auf eine bemerkenswerte Zedernholzdecke aus dem 17. Jahrhundert hin.

Zedernholz wurde in der monumentalen Architektur Marokkos häufig verwendet.

Es findet sich in Medersen, Palästen und historischen Wohnhäusern.

In Fès vermittelt das Nejjarine-Museum für Holzkunst und Holzhandwerk einen besonders guten Einblick in die Bedeutung der Holzverarbeitung für das marokkanische Kulturerbe.

Ein Marmorbrunnen

Einer der reich dekorierten Räume des Komplexes besitzt einen filigranen Marmorbrunnen.

Er befindet sich in der Mitte eines Beckens, dessen Form mit dem Siegel Salomos in Verbindung gebracht wird.

Das Wasser übernimmt hier eine wichtige ästhetische Funktion.

Es bringt Bewegung, Licht und Frische in das Zentrum des Raumes.

Zentrale Brunnen sind zudem ein häufiges Element traditioneller marokkanischer Wohn- und Palastarchitektur.

Die Grabkammer

Das Herzstück des Monuments bildet selbstverständlich der Grabbereich.

Hier ruht Moulay Ismail.

Der Sultan ist zusammen mit Mitgliedern seiner Familie beigesetzt.

Der Kontrast zwischen den Durchgangsräumen und der Grabkammer verstärkt den feierlichen Charakter des Monuments.

Die Architektur führt Besucher schrittweise zu diesem zentralen Bereich.

Die königlichen Gräber

Das Grab von Moulay Ismail bildet selbstverständlich das wichtigste Element des Mausoleums.

Der Sultan ist jedoch nicht die einzige dort beigesetzte Person.

Auch mehrere Mitglieder seiner Familie ruhen innerhalb des Komplexes.

Das Monument besitzt daher den Charakter einer dynastischen Nekropole.

Diese Funktion verstärkt seine Bedeutung für die Geschichte der alawidischen Dynastie.

Die vier Uhren

Zu den ungewöhnlichsten Objekten, die mit dem Mausoleum verbunden werden, gehören vier Comtoise-Uhren.

Der Präfekturrat für Tourismus von Meknès beschreibt sie als Geschenke des französischen Königs Ludwig XIV. an den Sultan.

Diese Objekte erinnern an die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Marokko Moulay Ismails und europäischen Mächten.

Zugleich bilden sie einen interessanten Kontrast zur traditionellen marokkanischen Dekoration des Monuments.

Moulay Ismail und Ludwig XIV.

Die Herrschaftszeiten von Moulay Ismail und Ludwig XIV. überschnitten sich über mehrere Jahrzehnte.

Zwischen beiden Monarchien bestanden komplexe diplomatische Beziehungen.

Gesandtschaften, Verhandlungen und der Austausch von Geschenken gehörten zu den Beziehungen zwischen Marokko und Frankreich.

Die mit dem Mausoleum verbundenen Uhren erinnern heute an diese diplomatische Geschichte.

Der Stammbaum der alawidischen Dynastie

Im Monument befindet sich außerdem eine Darstellung des Stammbaums der alawidischen Dynastie.

Dieses Element verdeutlicht, dass das Mausoleum nicht ausschließlich einer einzelnen Persönlichkeit gewidmet ist.

Es ordnet Moulay Ismail in eine dynastische Kontinuität ein.

Die alawidische Dynastie spielt seit dem 17. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der Geschichte Marokkos.

Das Mausoleum ist daher auch ein Ort dynastischer Erinnerung.

Die Restaurierung des Mausoleums

Das Mausoleum von Moulay Ismail wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach restauriert.

Der Präfekturrat für Tourismus von Meknès erwähnt insbesondere eine bedeutende Restaurierung im Jahr 1960.

Diese Arbeiten trugen zur Erhaltung der Dekorationen, Innenhöfe und architektonischen Räume des Komplexes bei.

Die Bewahrung eines derart reich ausgestatteten Monuments erfordert eine sorgfältige Pflege der Zellige, Stuckarbeiten, Holzelemente und anderer dekorativer Bestandteile.

Ein religiöses Monument für Besucher

Das Mausoleum von Moulay Ismail wird häufig zu den marokkanischen religiösen Heiligtümern gezählt, bei denen nichtmuslimische Besucher Zugang zu bestimmten Bereichen erhalten können.

Dadurch bietet das Monument eine seltene Gelegenheit, marokkanische religiöse und funeräre Architektur aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen.

Der sakrale Charakter des Ortes sollte jedoch stets respektiert werden.

Der Zugang zu einzelnen Bereichen kann eingeschränkt sein und die Besuchsbedingungen können sich ändern.

Vor dem Besuch empfiehlt es sich daher, die aktuellen Öffnungszeiten und Zugangsregeln zu überprüfen.

Eine Architektur, die sich schrittweise erschließt

Eine der interessantesten Eigenschaften des Mausoleums liegt in seiner räumlichen Organisation.

Anders als ein Monument, das mit einem einzigen Blick erfasst werden kann, erschließt sich dieser Komplex nach und nach.

Eingang.

Patios.

Hof für die rituellen Waschungen.

Vorräume.

Dekorierte Säle.

Grabkammer.

Diese Abfolge schafft eine echte architektonische Inszenierung.

Je weiter man vordringt, desto intimer und feierlicher wird die Atmosphäre.

Das Mausoleum und die Kaiserstadt

Um das Monument vollständig zu verstehen, muss man über seine Mauern hinausblicken.

Das Mausoleum gehörte zu der architektonischen Welt, die Moulay Ismail rund um seinen gewaltigen königlichen Komplex schaffen ließ.

Diese Kaiserstadt umfasste mehrere Paläste, Innenhöfe, Gärten, Mauern und umfangreiche Infrastrukturen.

Ein Besuch des Mausoleums erhält daher seine volle Bedeutung, wenn er mit den anderen imperialen Monumenten von Meknès verbunden wird.

Bab Mansour: das große Tor der Kaiserstadt

In der Nähe befindet sich Bab Mansour, eines der berühmtesten Monumente von Meknès.

Seine monumentale Fassade, Zellige, geometrischen Muster und Säulen haben das Tor zu einem der wichtigsten Symbole der Stadt gemacht.

Der Bau begann unter Moulay Ismail und wurde nach seinem Tod vollendet.

Bab Mansour verdeutlicht somit die repräsentative und monumentale Dimension der Kaiserstadt.

Das Mausoleum zeigt dagegen eine intimere und dynastische Seite des Vermächtnisses des Herrschers.

Der El-Hedim-Platz

Gegenüber von Bab Mansour erstreckt sich der El-Hedim-Platz.

Dieser historische Raum liegt am Übergang zwischen der alten Medina und der Kaiserstadt.

Der Platz bietet daher einen hervorragenden Ausgangspunkt, um die städtebauliche Organisation von Meknès zu verstehen.

Ein Rundgang über El Hedim, Bab Mansour und das Mausoleum von Moulay Ismail vermittelt bereits einen guten Eindruck von der Transformation der Stadt unter dem Sultan.

Heri es-Souani

Um die Dimensionen des imperialen Projekts zu verstehen, lohnt sich außerdem ein Besuch von Heri es-Souani.

Diese großen Strukturen stehen mit den Speicher- und Versorgungsanlagen der Königsstadt in Verbindung.

Sie erinnern daran, dass eine Hauptstadt nicht allein aus Palästen und zeremoniellen Gebäuden bestehen konnte.

Auch der Hof, die Soldaten und die Tiere mussten versorgt werden.

Heri es-Souani zeigt daher die logistische Dimension des gewaltigen Projekts von Moulay Ismail.

Die hydraulische Infrastruktur

Die Kaiserstadt verfügte außerdem über bedeutende wasserwirtschaftliche Anlagen.

Das Agdal-Becken gehört zu den sichtbarsten Elementen dieses Systems.

Wasser war für die Paläste, Gärten, Bewohner, Tiere und Vorräte der Königsstadt unverzichtbar.

Diese Anlagen zeigen, dass Moulay Ismails Projekt ebenso sehr ein städtebauliches wie ein monumentales Architekturprojekt war.

Die Medersa Bou Inania von Meknès

Die Geschichte von Meknès begann jedoch nicht mit Moulay Ismail.

Wer eine frühere Epoche kennenlernen möchte, sollte die Medersa Bou Inania von Meknès besuchen.

Dieses Monument stammt aus der Zeit der Meriniden.

Es erinnert daran, dass Meknès bereits mehrere Jahrhunderte vor seiner Umwandlung in eine alawidische Hauptstadt über ein bedeutendes städtisches, religiöses und intellektuelles Leben verfügte.

Der Vergleich zwischen der Medersa und den Monumenten Moulay Ismails verdeutlicht die architektonische Entwicklung der Stadt.

Dar Jamaï

In der Nähe des El-Hedim-Platzes befindet sich außerdem Dar Jamaï.

Dieser Palast aus dem 19. Jahrhundert gehört zu einer wesentlich jüngeren Epoche.

Dennoch bietet er eine weitere Möglichkeit, die Architektur und das kulturelle Erbe von Meknès zu entdecken.

Eine Route zwischen der Medersa Bou Inania, El Hedim, Bab Mansour, dem Mausoleum und Dar Jamaï führt somit durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.

Von Meknès nach Volubilis

Die Region von Meknès besitzt ein noch wesentlich älteres Kulturerbe.

Nördlich der Stadt befindet sich Volubilis, eine der bedeutendsten antiken archäologischen Stätten Marokkos.

Erhalten sind unter anderem:

  • Mosaike
  • Wohnhäuser
  • Tempel
  • Säulen
  • öffentliche Gebäude
  • ein monumentaler Bogen

Die Kombination von Meknès und Volubilis ermöglicht eine Reise von der Antike bis zu den großen marokkanischen Dynastien innerhalb derselben Region.

Moulay Idriss Zerhoun

In der Nähe von Volubilis liegt Moulay Idriss Zerhoun.

Die Stadt ist eng mit Moulay Idriss I. und den Anfängen der Idrisiden-Dynastie verbunden.

Eine Route Meknès – Moulay Idriss ZerhounVolubilis ermöglicht es daher, mehrere bedeutende Epochen der marokkanischen Geschichte zu entdecken.

Meknès und Fès: zwei komplementäre Königsstädte

Meknès liegt außerdem in der Nähe von Fès.

Beide Städte besitzen sehr unterschiedliche, aber sich ergänzende Formen des Kulturerbes.

In Meknès prägt das Vermächtnis Moulay Ismails einen großen Teil der monumentalen Landschaft.

In Fès spielen die religiöse, intellektuelle, kommerzielle und handwerkliche Geschichte eine besonders bedeutende Rolle.

Al Quaraouiyine

Im Herzen von Fès el-Bali befindet sich Al Quaraouiyine, eines der bedeutendsten historischen religiösen und intellektuellen Zentren der Stadt.

Seine Entwicklung beeinflusste die Organisation der Medina nachhaltig.

Rund um dieses Zentrum entstanden zahlreiche Monumente, die mit Bildung, Handel und religiösem Leben verbunden waren.

Die Medersa Al-Attarine

Die Medersa Al-Attarine gehört zu den Meisterwerken der merinidischen Architektur von Fès.

Sie wurde im 14. Jahrhundert in der Nähe von Al Quaraouiyine errichtet und verbindet Zellige, geschnitzten Stuck, Zedernholz und Kalligrafie.

Der Vergleich mit dem Mausoleum von Moulay Ismail zeigt, wie bedeutende marokkanische Dekorationstraditionen über verschiedene Dynastien hinweg fortgeführt und weiterentwickelt wurden.

Die Medersa Bou Inania von Fès

Auch Fès besitzt eine eigene Medersa Bou Inania.

Sie darf nicht mit der gleichnamigen Medersa in Meknès verwechselt werden.

Beide Monumente gehören jedoch zum merinidischen Erbe und zeigen die Entwicklung von Bildungseinrichtungen in den großen mittelalterlichen Städten Marokkos.

Das Nejjarine-Museum

Das Nejjarine-Museum für Holzkunst und Holzhandwerk vermittelt die Bedeutung der Holzverarbeitung für das marokkanische Kunsthandwerk.

Es befindet sich in einem historischen Funduq und bietet einen besonders interessanten Kontext für das Verständnis der Holzdecken, Türen und architektonischen Holzelemente historischer Monumente.

Die Zedernholzdecke des Mausoleums von Moulay Ismail erhält dadurch einen zusätzlichen historischen und handwerklichen Kontext.

Die Chouara-Gerbereien

Die Chouara-Gerbereien repräsentieren das lebendige handwerkliche Erbe von Fès.

Die traditionelle Lederverarbeitung gehört seit Jahrhunderten zu den charakteristischen Aktivitäten der Medina.

Die Gerbereien ergänzen eine Entdeckung des marokkanischen Kulturerbes, die sich nicht nur auf Paläste und religiöse Monumente beschränkt.

Dar Al Batha

Dar Al Batha ist eine weitere wichtige Station, um die Kulturgeschichte von Fès zu verstehen.

Seine Palastarchitektur und seine kulturelle Bedeutung ergänzen einen Rundgang durch die historischen Monumente der Stadt.

Meknès und Fès bieten damit zwei unterschiedliche, aber komplementäre Perspektiven auf die Geschichte Marokkos.

Was kann man rund um das Mausoleum von Moulay Ismail besichtigen?

Das Mausoleum lässt sich problemlos in einen zusammenhängenden Rundgang durch die Kaiserstadt integrieren.

El-Hedim-Platz

Beginnen Sie auf dem El-Hedim-Platz, dem großen historischen Raum zwischen Medina und Kaiserstadt.

Bab Mansour

Besichtigen Sie anschließend Bab Mansour, das monumentale Tor und eines der Wahrzeichen von Meknès.

Mausoleum von Moulay Ismail

Gehen Sie weiter zum Mausoleum von Moulay Ismail, um die Geschichte des Sultans und die alawidische Grabarchitektur kennenzulernen.

Heri es-Souani

Setzen Sie den Rundgang in Richtung Heri es-Souani fort, um die Dimensionen der Infrastruktur der Kaiserstadt zu verstehen.

Medersa Bou Inania

Kehren Sie anschließend zur Medina zurück und entdecken Sie die Medersa Bou Inania von Meknès, die in die merinidische Epoche zurückführt.

Dar Jamaï

Beenden Sie den Rundgang rund um El Hedim mit Dar Jamaï, einem Zeugnis einer jüngeren Epoche marokkanischer Palastarchitektur.

Eine Route zum Verständnis von Meknès

Jedes dieser Monumente erzählt einen anderen Teil der Geschichte der Stadt.

Die Medersa Bou Inania erinnert an das merinidische Meknès.

Der El-Hedim-Platz markiert den Übergang zwischen Medina und Kaiserstadt.

Bab Mansour symbolisiert die monumentale Macht des königlichen Projekts.

Das Mausoleum von Moulay Ismail erzählt die Geschichte des Herrschers.

Heri es-Souani zeigt die Infrastruktur, die für den Betrieb der Hauptstadt notwendig war.

Dar Jamaï öffnet ein Fenster in das Meknès des 19. Jahrhunderts.

Gemeinsam vermitteln diese Monumente ein wesentlich umfassenderes Verständnis dafür, warum Meknès eine besondere Stellung unter den Königsstädten Marokkos einnimmt.

Warum das Mausoleum von Moulay Ismail besuchen?

Nur wenige Monumente verbinden eine historische Persönlichkeit so unmittelbar mit der Stadt, die sie grundlegend verändert hat.

Moulay Ismail machte Meknès zu seiner Hauptstadt.

Er entwickelte eine gewaltige Kaiserstadt.

Er ließ Paläste, Mauern, Tore und Infrastrukturen errichten.

Und schließlich wurde er im Herzen dieser architektonischen Welt beigesetzt.

Das Mausoleum ist daher weit mehr als ein königliches Grab.

Es ist einer der besten Orte, um die Geschichte des imperialen Meknès zu verstehen.

Mausoleum von Moulay Ismail: Erinnerung an die Kaiserstadt

Mehr als drei Jahrhunderte nach dem Tod Moulay Ismails ist sein Einfluss in ganz Meknès weiterhin sichtbar.

Bab Mansour dominiert noch immer El Hedim.

Die Stadtmauern prägen weiterhin Teile der urbanen Landschaft.

Die Überreste der Kaiserstadt zeugen noch heute von den außergewöhnlichen Dimensionen des königlichen Projekts.

Und im Herzen dieses historischen Ensembles ruht der Herrscher, der Meknès verwandelte.

Das Mausoleum von Moulay Ismail ist daher zugleich ein religiöses Monument, ein architektonisches Werk und ein zentraler Ort des historischen Gedächtnisses von Meknès.

Wer die Kaiserstadt verstehen möchte, sollte den Besuch des Mausoleums mit Bab Mansour, El Hedim und Heri es-Souani verbinden.

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Quellen und Referenzen